{"id":584,"date":"2010-09-05T13:47:02","date_gmt":"2010-09-05T11:47:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fanatico-boys.de\/?p=584"},"modified":"2010-10-24T21:08:44","modified_gmt":"2010-10-24T19:08:44","slug":"zum-erhalt-der-fankultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fanatico-boys.de\/?p=584","title":{"rendered":"Zum Erhalt der Fankultur"},"content":{"rendered":"<div><strong>Demonstration am 09. Oktober 2010 in Berlin<\/strong><\/p>\n<p>Treffpunkt 13.00 Weltzeituhr am Alexanderplatz Er\u00f6ffnungskundgebung 14.00 Uhr<br \/>\nOrganisatoren: Fan- und Ultraszenen aus Deutschland; ProFans (<a href=\"http:\/\/www.profans.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.profans.de\/<\/a>); BAFF (<a href=\"http:\/\/www.aktive-fans.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.aktive-fans.de\/<\/a>); Unsere Kurve (<a href=\"http:\/\/www.unserekurve.de\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.unserekurve.de\/<\/a>)<\/p>\n<p><strong>Warum jetzt eine Demo f\u00fcr Fankultur?<\/strong><\/p>\n<p>Jeder, der sich etwas regelm\u00e4\u00dfiger mit Fu\u00dfball in Deutschland auseinandersetzt, wird in der letzten Saison zahlreiche Horrormeldungen aus den Medien vernommen haben, die von einer Eskalation in den Fanszenen berichteten. Zeitweilig schienen sich die Schlagzeilen zu \u00fcberschlagen. Und w\u00e4hrend die halbe Nation \u00fcber die Vorf\u00e4lle von Bochum (N\u00fcrnbergfans durch Pyrotechnik verletzt), Berlin (Platzsturm) oder anderswo debattierte, meldeten viele Fanszenen Stadionverbotswellen: N\u00fcrnberg, Hertha, M\u00fcnchen, Hamburg, K\u00f6ln, Hannover, Bielefeld und einige mehr. Es gab Strafen, die bislang im deutschen Profifu\u00dfball ein Novum darstellten: Verbote von Ausw\u00e4rtsfahrten (N\u00fcrnberg, K\u00f6ln, Rostock, Dresden) oder die Schlie\u00dfung einer Heimkurve (Hertha, Bochum). F\u00fcr das Vergehen einiger weniger wurden ganze Fanszenen bestraft. Vermehrt wurden Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr Fans diskutiert und teilweise umgesetzt: personalisierte Tickets, Verbote von Fanutensilien und Choreographien, Verbote eigener Fanzines und so weiter. Dies alles sind Strafen, die kein Konzept der Pr\u00e4vention f\u00fcr k\u00fcnftige Zwischenf\u00e4lle vorweisen und die in der gro\u00dfen Mehrheit v\u00f6llig unbeteiligte, friedliche Fu\u00dfballfans treffen.<\/p>\n<p>Wie sahen die Reaktionen der Fangruppen aus? Wenn \u00fcberhaupt, dann gab es kleinere Aktionen (z.B. in Form von Spruchb\u00e4ndern) in den einzelnen Kurven selbst. Aber passierte irgendetwas von mehreren Kurven zusammen? Eine tats\u00e4chliche Fangruppen\u00fcbergreifende Aktion, die \u00f6ffentlich antwortet, Vorw\u00fcrfe kommentiert und evtl. richtig stellt, die zeigt was Fankultur neben einigen Negativschlagzeilen in der Regel Positives ausmacht, so etwas hat es schon seit Jahren nicht mehr gegeben. Daher ist nun, nach dem Chaos der letzten Saison und dem abgeklungenen Fu\u00dfballboom der WM, die Zeit gekommen am Anfang der neuen Saison 2010\/2011 auf die Stra\u00dfe zu gehen und zu zeigen, was uns Fankultur bedeutet und wert ist.<\/p>\n<p><strong>Jetzt ist die Zeit, ein Zeichen zu setzen!<\/strong><\/p>\n<p>Wir wollen uns nicht nur beschweren, einklagen und fordern. Wir wollen f\u00fcr die Fankultur, die wir leben, werben. Wir wollen auf die Stra\u00dfe gehen und kundtun wie bunt, kreativ und vielseitig faszinierend Fankultur ist. Wie viele Fangruppen engagieren sich neben dem Fu\u00dfball f\u00fcr gesellschaftliche Belange? Wie viele zeichnen sich durch soziales Engagement in ihrer Szene, ihrem Verein oder ihrer Stadt aus? Ist das der \u00d6ffentlichkeit \u00fcberhaupt bekannt?<\/p>\n<p>Die Demo soll ein Zeichen an alle Funktion\u00e4re und Fu\u00dfballbosse sein, das ihnen klar macht, dass der Fu\u00dfball nur mit uns das ist, was alle fasziniert. Sie sollen merken, was sie riskieren, wenn sie weiter den Kurs der Verdr\u00e4ngung unserer Fankultur fahren. Es soll aber auch ein Zeichen sein an alle Fanszenen. Uns allen muss klar werden, dass wir gemeinsam f\u00fcr unsere Fankultur einstehen m\u00fcssen, wenn wir sie auch in der Zukunft noch leben wollen. Es soll ein Zeichen f\u00fcr die Fanszenen sein, mehr \u00fcber ihr Dasein, ihr Tun und ihr Lassen zu reflektieren. So viele Steine legen sich die Fanszenen oftmals selbst in den Weg. Es wird Zeit zu diskutieren, aus Fehlern zu lernen und selbst zu handeln, wenn wir unsere Fankultur erhalten wollen.<\/p>\n<p><strong>Warum eine Demo in Berlin?<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Motto &#8222;Zum Erhalt der Fankultur&#8220; fand bereits im Jahr 2002 in Berlin eine gemeinsame Demonstration von Fans verschiedenster Vereine statt und auch 2005 setzten die Fans mit einer farbenfrohen Demonstration in Frankfurt ein ausdrucksstarkes Zeichen f\u00fcr den Erhalt der Fankultur. Auch wenn sich seither viel in den Fankurven ver\u00e4ndert hat und sich einige Problemfelder verlagert haben, sind die Themen und grundlegenden Probleme bis heute die gleichen geblieben. In manchen Bereichen konnten kleinere Fortschritte erreicht werden (z.B. teilweise lokale Anh\u00f6rungsm\u00f6glichkeiten bei Stadionverbotsf\u00e4llen), in anderen hat sich die Lage verschlimmert. Als Beispiel seien die Ansto\u00dfzeiten und sp\u00e4te Terminierung genannt. Wir wollen mit dieser Demo den Bogen zur Demo 2002 schlagen und das damals begonnene Engagement endlich zusammen weiterf\u00fchren.<\/p>\n<p>Was sind heute im Jahre 2010 konkrete Probleme von Fu\u00dfballfans?<br \/>\nWas sind Gefahren f\u00fcr unsere Fankultur?<br \/>\nMit der folgenden Auflistung geben wir Euch einen kleinen \u00dcberblick:<\/p>\n<p><strong>Einschr\u00e4nkung von Fanutensilien<\/strong><\/p>\n<p>Fahnen, Trommeln, Megaphone, Choreographien, Banner, unabh\u00e4ngige Fanzines und viele andere Dinge sind Elemente von Fankultur, die ihre Kreativit\u00e4t und Farbe ausmachen. Leider sind viele Fans, vor allem bei Ausw\u00e4rtsspielen, in diesen essentiellen Punkten gro\u00dfen Restriktionen, Einschr\u00e4nkungen und Verboten ausgesetzt. Diese beruhen aber so gut wie nie auf realen Sachzw\u00e4ngen, sondern sind oftmals reine Schikane und Machtdemonstration. Eine unabh\u00e4ngige und zu Eigenverantwortung bef\u00e4higte Fankultur braucht aber Luft zum Atmen. So gab es in j\u00fcngerer Vergangenheit auch schon Geldstrafen f\u00fcr Fans, die innerhalb ihrer eigenen Fankurve Fahnen schwenkten, deren Stockl\u00e4ngen geringf\u00fcgig gr\u00f6\u00dfer als die restriktiven Vorgaben der Stadionordnung waren. Oder es wurden im Vorwege schriftlich erlaubte Fanutensilien am Eingang zum Ausw\u00e4rtsblock spontan verboten.<\/p>\n<p><strong>Ansto\u00dfzeiten<\/strong><\/p>\n<p>Die Terminierung der Spieltage ist das beste Beispiel daf\u00fcr, dass alle anderen Interessen denen der Geldgeber, hier also der TV-Konzerne untergeordnet werden. F\u00fcr die Fans wird es dadurch immer schwieriger ihrer Mannschaft zu den Spielen zu folgen. Auch die sp\u00e4te Terminierung der Spieltage f\u00fchrt immer wieder zu gro\u00dfen Problemen. Dass es nicht sinnlos ist, f\u00fcr Belange wie Ansto\u00dfzeiten zu k\u00e4mpfen, zeigt ein Beispiel der j\u00fcngeren Vergangenheit: Motiviert durch die internationale Aktion f\u00fcr fangerechte Ansto\u00dfzeiten &#8222;Our game &#8211; our time&#8220;, verk\u00fcndete der schwedische Fu\u00dfballverband eine \u00c4nderungsbereitschaft bei den Ansto\u00dfzeiten!<br \/>\nWir haben aktuell eine Vielzahl an unterschiedlichen Ansto\u00dfzeiten am Spieltag. An Regelspieltagen beginnen die Spiele allein in den ersten beiden Bundesligen an folgenden Zeiten<br \/>\n&#8211; Freitag um 18 Uhr und 20:30 Uhr<br \/>\n&#8211; Samstag um 13 Uhr, 15:30 Uhr und 18:30 Uhr<br \/>\n&#8211; Sonntag um 13:30 Uhr, 15:30 Uhr und 17:30 Uhr<br \/>\n&#8211; Montag um 20:15 Uhr.<br \/>\nAn Spieltagen unter der Woche werden die Spiele ebenfalls fr\u00fchzeitig angepfiffen, sodass selbst den Heimfans aufgrund der Arbeitsverpflichtungen der Stadionbesuch erschwert bis unm\u00f6glich gemacht wird. Und dieses setzt sich nat\u00fcrlich bis in die unteren Ligen fort.<br \/>\nGegen diese Spieltagszerst\u00fcckelung gab es im Vorfeld nat\u00fcrlich gro\u00dfe Proteste. Nat\u00fcrlich wurde auf die W\u00fcnsche und Bedenken oder Argumente der Fans seitens der DFL bei der Erstellung des neuen Ansto\u00dfzeitenkonzepts keine R\u00fccksicht genommen und stattdessen die Ansto\u00dfzeiten so gelegt, dass diese unter dem Motto &#8222;Exklusivit\u00e4t steigert den Preis&#8220; optimal vermarktet werden konnten.<\/p>\n<p><strong>Kommerzialisierung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir uns als Fans gegen die Kommerzialisierung des Fu\u00dfballs oder &#8222;Gegen den modernen Fu\u00dfball&#8220; aussprechen, dann hei\u00dft das nicht, dass wir uns vor Notwendigkeiten verschlie\u00dfen oder das Rad der Zeit zur\u00fcck drehen wollen. Wir wehren uns aber gegen eine ma\u00dflose Entwicklung, die alle anderen Interessen der Profitmaximierung unterordnet. Wir Fans sind auch ein wichtiger Teil des Fu\u00dfballs, nicht mehr und nicht weniger! Und ein Teil, den man nicht in ein paar Jahren durch Geld kompensieren kann.<br \/>\nEs kann nicht sein, dass z. B. traditionsreiche Stadionnamen wie das Westfalenstadion Dortmund oder das Waldstadion in Frankfurt an Unternehmen verkauft werden oder die eigenen Vereinsfarben aufgrund<br \/>\nvon Marketingstrategien beliebig variiert werden. Wir, die Fans der Vereine, verlieren dadurch wichtige Identifikationsmerkmale. Aber auch die Vereine selbst und die Liga verlieren Alleinstellungs- und Identifikationsmerkmale, die den eigenen Wiedererkennungswert mindern. Im Augenblick des Verkaufs mag der Wert scheinbar gesteigert werden. Auf die Dauer werden aus wertvollen, in weiten Teilen der \u00d6ffentlichkeit mit dem jeweiligen Verein assoziierten Namen beliebig austauschbare Begriffe, die keinerlei emotionale Bindung zulassen. Es kann nicht sein, dass Vereine und Liga ihre Identit\u00e4ten f\u00fcr Jahre aufgeben wollen, nur um einen weiteren \u00fcberteuerten Spieler f\u00fcr zwei Jahre finanzieren zu k\u00f6nnen. Die finanziellen L\u00f6cher werden stetig weiter geschoben, die Fanwarnungen vor den Folgen sollten endlich ernst genommen werden statt stetig neue Vermarktungsoffensiven zu starten und damit den Identit\u00e4tsverlust auf die Spitze zu treiben.<br \/>\nWeiterhin sprechen wir uns konsequent f\u00fcr die Beibehaltung der &#8222;50+1&#8220;-Regel aus, welche besagt, dass die Mehrheit der Vereinsanteile beim Verein selbst bleiben m\u00fcssen und somit keine Investoren oder Unternehmen die komplette Kontrolle \u00fcber die Fu\u00dfballvereine \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<br \/>\nNegative Beispiele kennen wir bereits aus \u00d6sterreich, wo das Unternehmen &#8222;Red Bull&#8220; die kompletten Rechte am Verein Austria Salzburg erworben und anschlie\u00dfend die komplette Identit\u00e4t ge\u00e4ndert hat. So wurde der Name in Red Bull Salzburg und die Vereinsfarben von lila-wei\u00df in rot-blau ge\u00e4ndert, um einen optimalen Markenauftritt sicherzustellen. Auch in Deutschland ist Red Bull inzwischen t\u00e4tig geworden. Der Oberligaverein SSV Makranst\u00e4dt wurde aufgekauft und umbenannt in &#8222;RasenBallsport Leipzig&#8220;. Mithilfe der Millionen des Getr\u00e4nkekonzerns ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die selbsternannten &#8222;Roten Bullen&#8220; aus der &#8222;Red-Bull-Arena&#8220; (vormals Zentralstadion) in Leipzig im deutschen Profifu\u00dfball zu finden sein werden, wodurch dann eine traditionelle Mannschaft samt ihrer Fans von der Bildfl\u00e4che verschwindet.<br \/>\nIn England sind viele Vereine nach der \u00dcbernahme durch einen Investor nun hoch verschuldet. Und das ist leider nicht die einzige Folge einer wahnwitzigen Kommerzialisierung, wenn man sich z.B. die Ticketpreise anschaut (billigste Karte bei einigen Partien: 80 Euro).<\/p>\n<p><strong>Stadionverbote<\/strong><\/p>\n<p>Stadionverbote werden meist schon bei Aufnahme eines Verfahrens, also VOR dem Beweis der Schuld des Betroffenen, vergeben. Offiziell sind sie eine Pr\u00e4ventivma\u00dfnahme, die verhindern soll, dass jemand im Stadion gewaltt\u00e4tig wird, de facto stellen sie eine Strafe dar. Auf der einen Seite existieren Betroffene, die beweisen m\u00fcssen, dass sie unschuldig sind, was w\u00e4hrend eines Ermittlungsverfahrens durch die Polizei sehr schwer ist. Denn Informationen an Betroffene gibt diese selten und ungern Preis. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freiz\u00fcgigkeit bei der Weitergabe von Halbwahrheiten an die Vereine oder den DFB. Auf der anderen Seite sind vermehrt jugendliche Fans betroffen, die wegen Lappalien aus dem Stadion und von ihren Freunden ausgesperrt werden. Obwohl es theoretisch in den Richtlinien die M\u00f6glichkeit zu Bew\u00e4hrungsauflagen gibt, wird leider nur selten davon Gebrauch gemacht. Somit sind diese oftmals mit einer \u00fcberzogenen und unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Strafe konfrontiert. Dadurch wird das Vertrauen in den Rechtsstaat und auch die Gerechtigkeit allgemein ersch\u00fcttert und die Betroffenen werden in nicht unerheblichen Ma\u00df kriminalisiert. Sie finden sich vor den Stadiontoren wieder, wo ein von Fans und Polizei gleicherma\u00dfen gepflegter gewaltt\u00e4tiger oder pseudo-gewaltt\u00e4tiger Habitus existent ist und eine Alternative zur grauen Tristesse darstellt. Dass Gewalt schon lange nicht mehr in den \u00fcberm\u00e4\u00dfig \u00fcberwachten Stadien stattfindet, widerspricht ebenfalls der M\u00e4r vom pr\u00e4ventiven Charakter der Stadionverbote. Stadionverbote vermindern nicht die Gewalt, sie sch\u00fcren sie. Au\u00dferdem widersprechen Stadionverbote rechtsstaatlichen Grunds\u00e4tzen und sind keine L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme des Fu\u00dfballs. Sie sind selbst ein Problem.<\/p>\n<p><strong>Datei Gewaltt\u00e4ter Sport<\/strong><\/p>\n<p>Die Datei Gewaltt\u00e4ter Sport ist eine riesige Datensammlung von Fans, unabh\u00e4ngig davon, ob sich diese etwas zu Schulden haben kommen lassen oder nicht. So reicht es zum Beispiel eine einfache Personalienfeststellung aus, um in die Datei aufgenommen zu werden. Der eintragende Beamte muss nur annehmen, dass derjenige vielleicht irgendwann auff\u00e4llig werden k\u00f6nnte. Diese Eintragung hat dann allerdings einen ganzen Rattenschwanz an negativen Auswirkungen. So kann sie im Extremfall Grundlage f\u00fcr Ausreiseverbote, Meldeauflagen, Stadtverbote oder f\u00fcr so genannte Gef\u00e4hrderansprachen sein, bei denen Fans durch Besuche durch Polizeibeamte zu Hause oder bei der Arbeit bewusst in ihrem sozialen Umfeld blo\u00dfgestellt werden sollen. Wenn die Bundesrepublik ein Sozialstaat sein will, widerspricht sie sich mit diesem Verhalten. Anstatt die Verantwortung f\u00fcr scheinbare &#8222;Problemf\u00e4lle&#8220; zu \u00fcbernehmen, wird diese weiter geschoben und mehr noch, es wird durch solches Vorgehen daf\u00fcr gesorgt, dass betroffene Personen nahezu g\u00e4nzlich aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Vor allem stellt die Eintragung eine Stigmatisierung bei beispielsweise Grenz- oder gew\u00f6hnlichen Verkehrskontrollen dar. Dabei muss man sich vor Augen f\u00fchren, dass sie meist auf vagen Verdachtsmomenten und subjektiven Einsch\u00e4tzungen beruht und man selber \u00fcber eine Eintragung nicht informiert wird. Die Datei wurde auf dem Rechtsweg \u00fcber mehrere Instanzen als unzul\u00e4ssig eingestuft und erst durch eine nachtr\u00e4gliche Rechtsverordnung des Bundesrates am Tag der Urteilsverk\u00fcndung vor dem Bundesverwaltungsgericht legitimiert. Dabei spricht es B\u00e4nde, dass eine Debatte im Bundestag vermieden worden ist, um diese \u00c4nderung vor der \u00d6ffentlichkeit zu verbergen. Mittlerweile sind \u00fcber 11.000 Personen in der Datei gespeichert.<\/p>\n<p><strong>Polizeiliche Einsatztaktik<\/strong><\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie einzelne Beamte sich gegen\u00fcber Fans verhalten, f\u00fchrt in der Regel zu Frustration, Aggression und Eskalation auf Seiten der Fans. Diese Eskalation wird teilweise bewusst in Kauf genommen. Auch die Einsatztaktik spiegelt oftmals den \u201eFu\u00dfballfan als Feindbild\u201c wieder. Die Polizei schafft sich ihre Problemfans selber. Der Alltag der Fans besteht besonders auf Ausw\u00e4rtsfahrten aber auch bei Heimspielen aus engen Polizeikesseln, st\u00e4ndigen Kontrollen und Schikanen sowie Aggressionen und Provokationen. Der Corpsgeist der Polizei sch\u00fctzt dabei nicht nur dieses Vorgehen sondern auch Gewaltt\u00e4tigkeiten und \u00dcbergriffe gegen Fans. Dass dies nicht nur unbegr\u00fcndete Vorw\u00fcrfe von Fu\u00dfballfans selbst sind, kann man z.B. aus Berichten der Menschrechtsorganisation Amnesty International entnehmen, die im Rahmen der Untersuchung von unaufgekl\u00e4rten Misshandlungen durch die Polizei in Deutschland, auch Ausf\u00fchrungen \u00fcber rechtswidrige Gewalt von Polizisten bei Fu\u00dfballspielen machen.<\/p>\n<p><strong>Wie wurde bislang mit diesen Themen umgegangen?<\/strong><\/p>\n<p>Es gab Demos, lokale oder bundesweite Aktionen und vieles mehr. Und seit einigen Jahren auch grunds\u00e4tzlich Gespr\u00e4che mit dem DFB und der DFL. Viele dieser Probleme wurden auf dem so genannten &#8222;Leipziger Fankongress&#8220; im Jahr 2007 thematisiert, der vom DFB ausgerichtet wurde. Die Ergebnisse dieses Kongresses, die in den verschiedenen Arbeitsgruppen entstanden sind, sollten in der darauf eingerichteten<br \/>\nso genannten &#8222;AG Fandialog&#8220; thematisiert werden. In dieser AG Fandialog sa\u00dfen neben DFB und DFL ebenso Fanvertreter von ProFans, BAFF und Unsere Kurve. Der Charakter dieser Veranstaltung spricht B\u00e4nde \u00fcber die Art und Weise, wie mit den Faninteressen umgegangen wird. Zwar gab es viele Lippenbekenntnisse, eine wirkliche Verbesserung trat in keinem der genannten Problemfelder auf. Ein wirklicher Dialog zwischen gleichberechtigten Gespr\u00e4chspartnern fand nicht statt. Vielmehr diente die Veranstaltung anscheinend dazu, dass sich DFB und DFL als gespr\u00e4chsbereit und fannah hinstellen konnten.<\/p>\n<p>Aber auch wir Fans m\u00fcssen auf unserer Seite Vers\u00e4umnisse und Fehler einr\u00e4umen. Eine jetzt einsetzende selbstkritische Diskussion \u00fcber die eigenen Handlungsweisen h\u00e4tte schon viel fr\u00fcher einsetzen m\u00fcssen. Dies m\u00fcssen wir ganz klar eingestehen. Parallel zu einer Diskussion \u00fcber die erw\u00e4hnten Probleme, denen wir Fans ausgesetzt sind, muss jetzt innerhalb der verschiedenen Fanszenen eine selbstkritische Reflexion der eigenen Handlungsweisen stattfinden und Konsequenzen haben. Wir sind uns bewusst, dass Freiheit auch Verantwortung mit sich bringt. Noch einmal: Diese Demo soll auch ein Zeichen an uns Fanszenen sein!<br \/>\nWir m\u00f6chten betonen, dass wir weiter auf Dialog setzen wollen. Wir sind ein Teil des Fu\u00dfballs und wollen, dass man uns zuh\u00f6rt und uns ernst nimmt.<\/p>\n<p><strong>Die Demo ist erst der Anfang<\/strong><\/p>\n<p>Unser Vorhaben ist es, den Einsatz &#8222;Zum Erhalt der Fankultur&#8220; gemeinsam fortzusetzen. Unter diesem Motto soll mit der Demo eine Kampagne ins Leben gerufen werden, bei der jede Fan eingeladen ist mitzuwirken. Es wird eine Internetseite eingerichtet auf der k\u00fcnftig \u00fcber s\u00e4mtliche Beitr\u00e4ge und Aktionen f\u00fcr diese Kampagne berichtet wird, auf der ihr Neuigkeiten im Einsatz f\u00fcr Fanrechte erfahren &#8211; und Euch als Unterst\u00fctzter eintragen lassen k\u00f6nnt. Informiert Euch auf: <a href=\"http:\/\/www.blogger.com\/www.erhalt-der-fankultur.de\">http:\/\/www.blogger.com\/www.erhalt-der-fankultur.de<\/a>. Macht mit bei k\u00fcnftigen Aktionen. Beteiligt euch an Diskussionen. Berichtet in euren Fankurven davon. Erz\u00e4hlt davon in euren Familien und bei euren Freunden. Lasst uns gemeinsam die Sache voranbringen.<\/p>\n<p><strong>KEIN KICK OHNE FANS! ZUM ERHALT DER FANKULTUR!<\/strong><\/p>\n<p>Kommt zur Demo am 09. Oktober 2010 um 13.00 Uhr auf den Alexanderplatz in Berlin!<br \/>\nDie Demonstration wird von Fans f\u00fcr Fans organisiert. Wir bitten Euch um eine friedliche Teilnahme. Es sollte klar sein, dass \u00fcbertriebene Feierei sowie sinnfreies oder beleidigendes Skandieren bei dieser Veranstaltung fehl am Platz ist und unserem Anliegen schadet! Weiterhin m\u00f6chten wir auf den antirassistischen Grundkonsens der Fanorganisationen hinweisen, der nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Teilnahme an der Demo gilt.<br \/>\nWer sich daneben benimmt, wird von der Demo ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Fangruppen die sich an der Demo beteiligen m\u00f6chten, melden sich bitte mit der Anzahl an Teilnehmern bei folgender Adresse: <a href=\"mailto:demo@profans.de\">demo@profans.de<\/a><br \/>\nDort kann dann auch alles bzgl. inhaltlicher Ausgestaltung des jeweiligen Blocks bei der Demo abgestimmt werden.<br \/>\nEinzelpersonen die an der Demo teilnehmen wollen, bitten wir die lokalen Fangruppen<br \/>\nanzusprechen. Dort gibt es auch weitere Infos bzgl. Fahrgemeinschaften nach Berlin.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Demonstration am 09. 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