Solidarität ist unsere stärkste Waffe!

Bei unserem Gastspiel im DFB-Pokal in Bremen stellten wir in der 20. Minute unseren organiserten Support ein und hingen unsere Fahnen ab. Wohlgemerkt beteiligten sich auch alle anderen Heidenheimer am Protest – vielen Dank dafür!!

Was war passiert? In der Bremer Ostkurve wurde vom Ordnungsdienst und der Polizei ein Banner, das sich kritisch mit dem neuen Namensrechtinhaber des Weserstadions auseinandersetzt, beschlagnahmt, obwohl dieses vorab genehmigt war.

Beim Einsatz wurden auch Werderaner-Fans so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Diese packten daraufhin ihr Material zusammen und verließen das Weserstadion.

„Was geht uns das an?“, könnte man sich denken, doch das ist viel zu kurz gedacht. Uns ging es vor etwa 2 Jahren nicht anders: Wir wurden von unserem Verein und den Ordnern vor vollendete Tatsachen gestellt, als sie uns ein Banner vom Zaun reißen wollten. Wir waren in Bremen nicht bereit diese Aktion zu ignorieren und somit gab es für uns nur die Option, sich solidarisch zu verhalten und gegen diesen unverhältnismäßigen Einsatz unseren Unmut kund zu tun.

Und nochmal für alle: Es ist für uns wohl am schwersten solche Konsequenzen zu ziehen, da wir 24 Stunden unterwegs waren, nur um unseren Verein würdig auf den Rängen zu unterstützen, dennoch gilt es Vorteile niemals über unsere Prinzipien zu stellen!

Solidarität ist unsere stärkste Waffe!

Die Stellungnahme der Bremer Ultraszene ist unter https://infamousyouth.org/stellungnahme-zu-den-vorkommnissen-am-mittwoch/ zu finden.

Neue Saison, neuer Präsident – alte Probleme!

Wenn am 16.08. in München der Pfiff ertönt, beginnt auch für die letzten Vereine die neue Spielzeit 2019/2020. Die Vorfreude, die hunderttausende Fans in ganz Deutschland auf die wichtigste Nebensache der Welt haben, teilen auch wir. Diese Vorfreude wird jedoch wie jedes Jahr von denselben Problemen getrübt.

In der dritten Liga begann die Saison gleich mit einem Montagsspiel, einem Übel, welches aufgrund massiver Proteste in den oberen beiden Ligen zurückgedrängt werden konnte. Aber auch dort erinnert der „Spieltag“ eher an einen Kongressplan mit verschiedenen Veranstaltungen und ist nach wie vor Lichtjahre von unserem Ideal entfernt.

An den Gästeeingängen wird es trotz Pilotphase wieder zu sinnlosen Diskussionen mit Konfliktpotential kommen, die sich mit der Länge von Plastikstäben und dem Durchmesser von Stoff beschäftigen. Heimfans sehen sich teilweise, wie in München, gleich einem Komplettkörperscan gegenüber, der aufgrund immer funktionierender Terrorhysterie zu noch mehr Überwachung und dem „gläsernen Fan“ führt.

Aber besser, solche Diskussionen überhaupt führen zu können, als mit Stadionverbot – und darauf häufig folgendem Betretungsverbot – gar nicht ins Stadion oder in die Nähe zu können. Und dass nur, weil die Polizei einen Verdacht gegen einen hat.

Im Block angekommen ist man konfrontiert von Überwachungskameras, die haargenau aufzeichnen können, ob es nicht irgendein vermeintliches Fehlverhalten gibt, welches zwar null Einfluss auf das Spielgeschehen hat, aber dennoch mit horrenden Summen gegenüber den Vereinen geahndet werden kann. Diese dürfen ihre Rechnungen dann fröhlich weitergeben und so Privatinsolvenzen aufgrund einer fragwürdigen Paralleljustiz verursachen.

Und all diesen Problemen zum Trotz, wird mit vermutlich großem Brimborium am 20./21.08.2019 zunächst ein neues DFL-Präsidium gewählt, was zukunftsweisend für so wichtige Themen wie 50+1, den Videobeweis oder die Anstoßzeiten ist, ehe am 27.09.2019 der neue Präsident des DFB gewählt werden soll.

Wer auch immer diese Funktionen bekleiden wird – ihre Aufgaben sind aus unserer Sicht klar. Um auf die gegenwärtigen Probleme, mit denen Fußballfans in ganz Deutschland konfrontiert sind, erneut hinzuweisen und den neuen Verantwortlichen gleich ihre ersten Hausaufgaben mit auf den Weg zu geben, geben wir ihnen , teilweise erneut, hiermit unsere Positionspapiere an die Hand.

Es muss sich etwas ändern im deutschen Fußball, wenn dieser sich nicht noch weiter von der Basis entfernen will. Was zu ändern ist, ist aus unserer Sicht klar.

Die Gesichter mögen wechseln – die Probleme leider nicht!

+++ AUFRUF! +++

Liebe HeidenheimerInnen, hiermit rufen wir euch für den morgigen Samstag dazu auf mit uns an der Demonstration gegen Betretungsverbote teilzunehmen!

Warum die Demo?
Im Vorfeld zum Derby am 10.08. wurden durch die Stadtverwaltungen Ulm und Neu-Ulm, durch Anraten der Polizei, Betretungsverbote für bestimmte Stadtteile in Ulm und Neu-Ulm ausgesprochen (darunter auch das Stadion und der Ulmer Bahnhof).

Den Personen, die diese Aufenthaltsverbote erhalten haben, können in den meisten Fällen keine erheblichen Straftaten nachgewiesen werden. Im Großteil der Fälle, die zu den Betretungsverboten führten, wurden die Betroffenen nicht verurteilt, sondern sogar in den meisten Fällen freigesprochen, die restlichen Verfahren wurden eingestellt. In den Briefen wird davon gesprochen, dass
„ein Nachweis über die Taten nicht erbracht werden muss.“
Dies zeigt eine Willkür, welche in einem Rechtsstaat keinen Platz haben darf!

Das kann so nicht sein – dagegen müssen wir alle uns zur Wehr setzen!
Es geht nicht um den einzelnen, sondern um die Grundrechte eines jeden Fußballfans!

Wichtige Regeln für alle!

  • Dem Ordnungspersonal ist Folge zu leisten!
  • Keine Pöbeleien!
  • Keine Aufkleber!
  • Neutrale Kleidung (bitte keine FCH-Fankleidung, da wir mit der Demonstration niemanden provozieren wollen, sondern – wie oben genannt – unsere Grundrechte wahrnehmen möchten)
  • Kein Alkohol! (auch keine Glasflaschen anderer Art)

Solidarität ist das, was Menschen stark macht – Alle gemeinsam, keiner alleine – Für die Grundrechte und gegen willkürliche Betretungsverbote!